Wie es begann

Valley
Das Tal vor mir wirkte so wunderbar friedvoll. Hier wollte ich sein. Ich atmete tief ein, drehte mich zum Immoblienmakler and teilte ihm mit, dass ich ein Angebot abgeben wolle. Ihr könntet jetzt annehmen, dass ich furchtbar aufgeregt war. War ich aber nicht. Denn immerhin dauerte meine Suche bereits mehr als zwei Jahre an. Und die waren reichlich nervtötend und frustrierend. I habe unzählige Anwesen besichtigt. Irgendwas passte immer nicht: Der Preis, die Lage, man konnte die nötigen Genehmigungen nicht bekommen oder das Haus war eine Bruchbude. Diesen Bauernhof mochte ich zwar aber ich wollte nicht enttäuscht werden, falls es wieder nicht klappte. Immerhin war mein Angebot niedriger als was die Besitzer angegeben hatten und ich wollte die doppelte Menge Land. Es gab also wirklich keinen Grund in Vorfreude zu schwelgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Verkäufer mein Angebot annehmen würden war niedrig.
Aber nur einen Tag später, zu meiner völligen Überraschung, meldete sich der Makler wieder mit einem Gegenangebot der Verkäufer. Teurer als was ich wollte und ohne zusätzliches Land. Aber immerhin hatten sie sich wenigstens gemeldet und eine gewissen Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Bei früheren Angeboten, hat sich oftmals weder Makler noch Verkäufer jemals wieder bei mir gemeldet. Dies war also ein Fortschritt, den ich durchaus positiv zu bewerten gewillt war. Dennoch wusste ich, dass meine Chancen schlecht waren. Mittlerweile hatte ich nämlich herausgefunden, dass es noch etliche weitere interessierte Käufer gab. Sicherlich würde einer von denen mehr bieten können als ich. Mein einziger Vorteil war Zeit. Durch pures Glück, hatte ich die Immobilie vor allen anderen besichtigen können und dadurch eine Woche Vorsprung gewonnen. Doch ob Zeit beim Kauf Bargeld würde schlagen können?
Doch dann rutsche das Glück mir mit einem dicken Rums entgegen. Beim Gespräch mit dem Makler, der die Verkäufer wohl recht gut kannte, erwähnte er beiläufig, dass die Entrümpelung des Objektes, um es “besenrein” übergeben zu können, nicht gerade Glücksgefühle bei den Vorbesitzern auslöste. Die Familie lebte dort seit fast 80 Jahren und das Haus, die Scheunen und Ställe waren wohl nie wirklich entrümpelt worden. Das war meine große Chance! Durch Marie Kondo wusste ich, dass ich das hinkriegen würde. Ich lächelte den Makler an und teilte ihm ganz ruhig mit, dass ich mich darum kümmern könnte. Die Besitzer bräuchten nur die Dinge zu entfernen, die sie behalten mochten und ich würde den Rest machen.
Und das, meine Lieben, war – glaube ich – das ausschlaggebende Detail der Transaktion. In Windeseile zeichneten wir die Papiere beim Notar und eine Woche vor Weihnachten schloss die Transaktion.

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